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DAS THEMA

Vom Verbleib der liberalen Idee
Heft 12 | 2014

Vivien A. Schmidt

Neoliberale Herausforderungen für Bürger und Staat

Foto: picture alliance&ZUMA Press/Raul Ariano/Regenschirm-Revolution in Hong Kong, 6. Oktober 2014

In der klassischen Vorstellung von Bürgerschaft existieren zwei philosophische Konzepte: Auf der einen Seite steht der liberal-individualistisch geprägte Bürger, auf der anderen Seite der republikanisch-gemeinschaftsorientierte. Der liberale Individualist handelt rational marktwirtschaftlich, sein Augenmerk liegt auf persönlicher Kosten-Nutzen-Maximierung. Der Republikaner hingegen sieht den Menschen eher als politisches Wesen, sein Augenmerk liegt daher auf der politischen Integration und Partizipation des Individuums innerhalb der Demokratie. Zusätzlich geht der liberale Individualist davon aus, dass er als Bürger gewisse unveräußerliche Rechte und Pflichten hat. Dazu gehören private, politische, aber auch soziale Rechte einerseits und Pflichten, wie das Abführen von Steuern, wirtschaftliches Handeln und Landesverteidigung, andererseits. Ein Republikaner würde die Bürgerschaft dagegen weniger über ihre individuellen Rechte und Pflichten definieren, auch wenn er generell davon ausgeht, dass es diese gibt. Ihm geht es aber mehr um das soziale und politische Engagement innerhalb des Staates, im Fokus stehen hier gemeinschaftliche Anliegen. Ausgehend von diesen verschiedenen philosophischen Betrachtungen der Bürgerschaft entstehen natürlich auch unterschiedliche Auffassungen von der Rolle des Staates. Der liberale Individualist sieht den Staat in erster Linie als Garant für Rechtssicherheit. Er soll seine individuellen Rechte, seine wirtschaftliche und persönliche Freiheit vor Übergriffen schützen, nicht mehr und nicht weniger. Für den Republikaner aber muss der Staat eine öffentliche Sphäre bereitstellen, die es den Bürgern ermöglicht, sich für das Allgemeinwohl und die öffentlichen Interessen einzusetzen.
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Aktuelles

 

Christoph Zöpel

Jordanien zwischen tribalistischer Gesellschaft und globaler Entwicklung

Im Mittleren Osten und damit auch in Jordanien überschlagen sich in letzter Zeit die Ereignisse, aber die Strukturen, in denen sie bewältigt werden, verändern sich nur langsam. Seit Sommer 2014 verbreitet der IS jenseits der östlichen Grenze des » mehr...

Editorial

 

Thomas Meyer

Der Liberalismus heute, überall und nirgends? Der Titel dieser Ausgabe verkürzt natürlich die Frage, der unsere Beiträge auf unterschiedlichen Wegen nachgehen, aber er trifft zwei entscheidende Punkte. Das »überall« meint die Programmsubstanz unserer Parlamentsparteien, die sich über die Unantastbarkeit der gleichen Freiheit und ihrer rechtsstaatlichen Sicherung seit langem einig sind (wenn auch nicht immer über alle Wege zu diesem Ziel). Das »nirgends« bezieht sich auf den Phantomschmerz an » mehr...


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