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Aktuelle Ausgabe: 6/2024

Welt des Sports

Der Blick auf die Welt des Sports muss viele Perspektiven berücksichtigen. Aber es stellt sich immer die gleiche Frage: Was passiert da wirklich, hinter der Fassade der täglichen Aktualität mit den vielen Leistungstabellen und Rankings? Was passiert gesellschaftlich, was bedeutet das politisch? Das ist der Schwerpunkt unserer aktuellen Ausgabe.

Editorial

Von Richard Meng

Gesellschaft, Politik und Sport sind voneinander nicht zu trennen. In vielfacher Weise gibt es da wechselseitige Einflüsse. Die Welt des Sports, wenn man ihn mal auf den Verbändesport reduziert, schottet sich zwar gerne ab – zumal international. Aber auch das ist ja wiederum ein Stück gesellschaftlich-politische Wirklichkeit. Die Beiträge zum Schwerpunktthema bilden eine Vielfalt der Fragestellungen ab. Wobei das kritische Hinterfragen auch bester Absichten am Beispiel des Fußballs nicht vorbeikommt: In seiner Sonderrolle zeigen sich die Möglichkeiten und Fehlentwicklungen der Sportwelt wie unter dem Brennglas. » Lesen

  • Die Nachwirkungen der CORRECTIV-Recherche über das rechte Geheimtreffen in Potsdam Enorme Wucht

    Von Justus von Daniels
    Das Jahr 2024 begann mit einer gesellschaftlichen Wucht, die nicht nur das Rechercheteam von CORRECTIV überwältigt hat. In Deutschland setzten Millionen Menschen über Monate ein Zeichen für Demokratie und gegen Rechtsex­tremismus. Anlass war die Veröffentlichung Geheimplan gegen Deutschland, eine Recherche über das Treffen von Rechtsradikalen, hochrangigen AfD-Politikern und Geldgebern nahe Potsdam. Die politische Debatte über die Abgrenzung zur AfD sowie über ein mögliches Verbot hat sich seitdem deutlich verschärft. Die Gegenreaktionen waren teils heftig, teils waren es erfolglose Versuche, die Recherche vor Gericht anzugreifen. Dennoch verfingen in rechten und rechtsradikalen Echokammern haltlose Narrative, die CORRECTIV unterstellten, im Auftrag der Regierung oder des Verfassungsschutzes zu arbeiten oder wahlweise einfach Lügen zu verbreiten. » Lesen
  • Die Machtverhältnisse im deutschen Sport Suche nach der Nische

    Von Ulrike Spitz
    Im Finale um die Basketball-Weltmeisterschaft am 10. September 2023 in Manila waren noch 19 Minuten zu spielen, das deutsche Team stand kurz vor seinem größten Erfolg, als der Deutsche Fußball-Bund (DFB) eine Nachricht in die Welt schickte. Hansi Flick war entlassen worden, der Bundestrainer, der etwa neun Monate zuvor mit seiner Mannschaft in der Vorrunde der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar ausgeschieden war. Die Flick-Meldung sorgte dafür, dass die so begeisternd aufspielenden Basketballer in ihrer Sternstunde die Aufmerksamkeit in Medien und Öffentlichkeit mit der Trainerentlassung und -suche des DFB teilen mussten. Die Aktion steht symptomatisch für die Machtverhältnisse im deutschen Sport: Fußball und dann lange nichts mehr. » Lesen
  • Existenzielle Fragen an die Demokratie Das Ende alter Gewissheiten

    Von Klaus-Jürgen Scherer
    Am 23. Mai wird das Grundgesetz, das Fundament unseres Zusammenlebens in einem freien und demokratischen Rechtsstaat, 75 Jahre alt. Heute ist die Demokratie in der Defensive und Resilienz das Wort der Stunde. Weltweit gibt es wieder mehr autokratische Regime als Demokratien. Unsere Demokratie braucht unser Eintreten für sie. Jetzt. » Lesen
  • Wie junge Menschen in Deutschland in die Zukunft und auf Europa schauen Pessimistisch und heterogen

    Von Thorsten Faas
    Es läuft doch eigentlich alles »super« für Jugendliche und junge Menschen. In Deutschland ist 2024 wieder einmal ein Superwahljahr – und für Jugendliche hierzulande wird es besonders »super«: Die Europawahl 2024 wird die erste bundesweite Wahl sein, an der 16- und 17-Jährige aktiv als Wähler_innen teilnehmen dürfen. Und auch sonst ist oft zu hören, dass die Zukunftsaussichten für junge Menschen rosiger denn je seien: Die Jugendarbeitslosenquote in Deutschland liegt seit einigen Jahren bei – niedrigen – fünf Prozent; noch dazu ist sie niedriger als in allen anderen EU-Ländern. Ausbildungsplätze gibt es zuhauf – und zukünftigen Fachkräften steht die Welt ohnehin offen. » Lesen
  • Strategische Souveränität der EU als Ziel Viele Baustellen

    Von Björn Hacker
    Die Wahlen zum Europäischen Parlament werden stark unter dem Eindruck des Angriffskrieges Russlands auf die Ukraine stehen. Die dadurch ausgelösten geopolitischen Spannungen, die Neusortierung der internationalen Beziehungen und nicht zuletzt die Sorge vor einer Ausweitung des Krieges schieben Fragen der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) der EU in den Vordergrund. » Lesen

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  • Die Menschen wollen zunehmend mitgestaltenZweierlei Demokratie, eine Republik

    Von Christina Morina
    Neuerdings rührt sich in Ost wie West, Nord wie Süd die gesellschaftliche »Mitte«. Bundesweit basteln die Leute Plakate für die »Erhaltung der Demokratie«, stehen für »Toleranz und Vielfalt« im Regen und pfeifen gegen die »Brandstifter-AfD«. Dies ist der erste Moment in der jüngsten deutschen Demokratiegeschichte, in dem das gesamte Land als Bundesrepublik sichtbar wird. Vielleicht kann man darauf hoffen, dass die Demokratie im Osten noch und im Westen wieder stärker als gestaltungsbedürftige Ordnung verstanden wird. Denn Demokratie ist kein Zustand, sondern ein Prozess, in dem es auf individuelle Zuwendung möglichst vieler in der Bevölkerung ankommt. » Lesen
  • Der Fortschritt ist eine Schnecke Es dauert

    Von Kira Ludwig
    Die Autorin und ihr Mann, beide kommen aus dem Westen, leben seit 20 Jahren in Rostock. Gibt es noch Unterschiede zwischen Ost und West, fragt sie ihn? Er bemerkt keinen Unterschied, allerdings sind die meisten seiner Kollegen (in Leitungsposition, keine Frau) wie er aus dem Westen. Die Erzählung des Ostens lautet nach wie vor: abgehängt, vernachlässigt, Versprechen nicht eingelöst. Wie tief geht das? Tut sich denn gar nichts? Spoiler: Nein, »die Ossis« haben sich immer noch nicht an unser System, unsere Lebensweise, unsere Kultur angepasst und ihre alte überwunden. Warum auch, es ist ja ihre. Wie vermessen Wessis an die Sache herangehen, zeigt sich hier. Blühende Landschaften sind ausgeblieben, das Lohngefälle ist eklatant, aber jetzt können die doch endlich mal langsam »so sein wie wir«. Oder? Eine Spurensuche. » Lesen
  • 25 Gedanken über Beschaffenheit, Reflexe und Reflexionen Weiche Schale, harter Kern?

    Von Christian Dittloff
    Harte Schale, weicher Kern ist eine bekannte Beschreibung für Männlichkeit. Hart wie Kruppstahl, boys don’t cry ­– eine Männlichkeit, die sich in Abgrenzung zu Weiblichkeit konstruiert, das Weibliche in sich töten muss. Ein Freund fragt mich, warum ich so hart zu mir sei, weil er auf meiner Lesung war. Ich las aus meinem essayistischen Roman über Prägung und Männlichkeitsbilder: wie ich der Mann wurde, der ich bin, und inwiefern das Aufwachsen im Patriarchat Spuren in mir hinterlassen hat und meine Gedanken, Werte und Handlungen bis heute prägt. Ich bin im Rahmen einer Lesung zu Besuch in Hamburg. Wir gehen durch den Wald, vorbei am Golfplatz, den wir als Jugendliche einmal moderat verwüstet hatten, als wir auf Randalierertour im Villenviertel unterwegs waren. Die Zerstörung, das weiß ich heute, hatte mehrere Funktionen: antikapitalistische Geste, Härte zeigen, Männlichkeitsvalidierung. » Lesen

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