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Überleben im Klimawandel ist durchaus möglich Das neoökologische Zeitalter

Vor sechs Jahren, im Sommer 2020, erschien der Bericht des Weltklimarates (IPCC) mit einer schlechten Nachricht für unsere menschliche Zukunft: Das Klima erwärmt sich irreversibel. Die Folgen in Form von Hitze, Dürre, Orkanen und Über-schwemmungen sind längst spürbar und treten schneller und öfter ein. Es gibt aber auch eine gute Nachricht: Wir können die Klimakatastrophe vermeiden, indem wir unser Leben anpassen. Es gibt Trends und Beispiele, die Mut machen für die heißere Zukunft.

Rückwärts in die Zukunft

Heute glauben knapp 60 Prozent der Deutschen, dass die postfossile Wende zwar wünschenswert, aber unmöglich ist. Der Wandel zu einem neuen Energie- und Produktionssystem wird aber nicht deshalb für unmöglich gehalten, weil er »an sich« nicht möglich ist, sondern weil wir uns über den Weg ständig zerstreiten. Woran liegt diese seltsame Negation der Zukunft? Marshall McLuhan, der hellsichtige Visionär und Pop-Intellektuelle, formulierte schon vor Jahrzehnten: »Wenn wir mit dem Neuen konfrontiert sind, neigen wir dazu, uns an die Dinge und Aromen der jüngsten Vergangenheit zu klammern. Wir schauen auf die Gegenwart durch einen Rückspiegel. Wir marschieren rückwärts in die Zukunft.«

Das Grundübel ist, dass die Klimadebatte ausschließlich unter der Devise des Verlustes geführt wird. Es geht darum, was man nicht mehr darf, was nicht mehr gehen soll, was wir verlieren könnten und vor allem: wer schuld daran sein muss. Diese Selbstverzwergung erzeugt eine bösartige Panik, die in Leugnung und Denunziation umschlägt. Verhandelt werden nur Ideologien, die mit der Frage des notwendigen und sinnvollen Wandels im Grunde nichts zu tun haben. Auf diese Weise stirbt die Zukunft. Menschen brauchen aber eine positive Vorstellung von Zukunft, um

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