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Aktuelle Ausgabe: 5/2022

Neue Welt(un)ordnung

© picture alliance / Shotshop | Photology2000
 

Editorial

Von Richard Meng

Wir erleben gerade, wie Weltpolitik wieder auf die Tagesordnung rückt. Die Großstrategen sortieren die Machtverhältnisse neu, wägen die Kräfteverhältnisse ab zwischen autoritären und offenen Gesellschaften. Aber es stellen sich nun auch Fragen an uns selbst. Vor allem die, was aus der guten Idee werden soll, dass in der Welt der Zukunft die wichtigen Weichen gemeinsam gestellt werden müssen, über nationale Perspektiven hinausblickend. Oder auch die, dass es gelingen muss, in einer zivilen Weltinnenpolitik endlich von den alten männlichen Heldenbildern wegzukommen. » Lesen

  • Die Ordnung der Plattformen

    Von Ulrike Klinger
    Auch wenn intensive gesellschaftliche Debatten über Wahlmanipulationen, Verschwörungslegenden oder Hasskampagnen immer wieder suggerieren, dass das Internet ein anarchischer Ort ohne Regeln und Ordnung sei, so ist doch das Gegenteil der Fall. Social-Media-Plattformen, Suchmaschinen oder Dating-Portale sind hochgradig gestaltete, strukturierte, algorithmisch kuratierte Umgebungen. Das Chaos und der Hass, die sie verbreiten, sind alles andere als ein Zufall. » Lesen
  • Parteipolitik und Bewegungspolitik in Kriegszeiten – die Quadratur des Kreises? Grüne Passionsspiele

    Von Dieter Rucht
    Die schleichende Klimakrise und der aktuelle Krieg Putins gegen die Ukraine stellen die Ampelregierung in Deutschland vor gewaltige Herausforderungen. Mittelfristig steht insbesondere die Partei der Grünen vor einer Richtungsentscheidung: Betreibt sie eine stark von Kompromissen geprägte »Realpolitik« oder folgt sie den weitreichenden Forderungen der Umwelt- und Friedensbewegungen, aus denen die Partei einst hervorgegangen ist? Oder gibt es einen dritten Weg, zwischen Parteipolitik und Bewegungspolitik? » Lesen
  • Von den Reizen und Unzulänglichkeiten kalendarischen Erzählens In die Gedanken hineinschlüpfen

    Von Christian Thomas
    Kalendarisches Schreiben und dabei die Protagonisten bis in ihre Gefühls- und Gedankenwelt begleiten kann uns historische Ereignisse und vergangene Zeiten näher bringen und verständlicher machen. Aber ist eine solche Geschichtsschreibung (sic!) legitim? - Schließlich verknüpft sie belegbare Fakten mit Fiktion. » Lesen

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  • Gegen eine neue Blockspaltung in Europa Der Essay: Der Boden der Tatsachen und die Kraft der Ideen

    Von Johano Strasser
    Der Überfall auf die Ukraine war ein Schock. Es gilt jetzt, die Dinge nüchtern zu betrachten, Fehleinschätzungen zu korrigieren, sich keinen Illusionen mehr hinzugeben,.. Aber wir sollten uns die Welt nicht einfacher malen, als sie ist, sie besteht nicht nur aus Gut und Böse, aus Freunden und Feinden, ohne Zwischentöne. Darum sollten wir uns auch jetzt nicht Hals über Kopf in eine Militarisierung des Denkens und Handelns hineintreiben lassen. Auch wenn sich Recht und Unrecht in dem, was Putins Krieg in der Ukraine anrichtet, so klar scheidet. » Lesen
  • Historische Einordnung nach Putins Angriff auf Regeln und WerteEs ist nichts mehr, wie es war

    Von Herfried Münkler
    Es gab in der Geschichte viele Zäsuren, also Einschnitte oder Brüche, nach denen vieles anders war als zuvor, aber wir nennen das keineswegs immer »Zäsur« oder »Zeitenwende«. Wenn wir der Vorstellung anhängen, dass es einen gesellschaftlichen und moralischen Fortschritt gebe, dann bezeichnen wir Enttäuschungen dieser bevorzugt als Zäsuren: Es ist etwas eingetreten, was uns überrascht hat, womit wir nicht gerechnet haben und dessen Folgen uns nicht unbedingt erfreuen. » Lesen
  • Wie die Ampel die sozialökologische Wende schaffen kann Erblast des neoliberalen Wettbewerbsstaates

    Von Dierk Hirschel
    Der Kapitalismus lag in der neueren Zeit bereits zweimal auf der Intensivstation. In der Finanzmarkt- und Coronakrise musste jeweils der Staat notoperieren. Das Comeback des Staates ist die politische Praxis im Ausnahmezustand. Die Bedeutung des Staates wächst auch in der Umwelt- und Klimapolitik: Der Klimawandel ist ein riesiges Marktversagen - der Staat muss die Natur vor der Dynamik der Kapitalverwertung schützen. Grünes Wachstum allein schafft keine klimaneutrale Gesellschaft. Die kapitalistischen Produktions- und Konsummuster müssen verändert werden. » Lesen

Internationale Ausgabe

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Weitere Informationen

  • Die Linke in Frankreich vor der Wahl Szenarien für einen Wiederaufstieg

    Von Christophe Sente
    Viel ist vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich von den Rechten und ihren Prognosen die Rede. Wo aber ist die Linke? Sind die progressiven Wähler*innen in der Versenkung verschwunden? Mitnichten. Aber die politische Lage in Frankreich ist kompliziert, die gesellschaftspolitischen Herausforderungen sind groß. Insbesondere für die Linken. » Lesen
  • Eine Feldstudie zur Marx-Ausstellung im Deutschen Historischen Museum Berlin Nachschlag: Karl Marx, multisensorisch und in leichter Sprache

    Von Alex Favalli
  • »Walk!« fordert eine Gruppenausstellung in der Frankfurter Kunsthalle Schirn Gehen als künstlerische Praxis

    Von Shirin Sojitrawalla
    Das Gehen ist die wohl ursprünglichste und auch demokratischste Art der Fortbewegung. Ein Thema wie gemacht für pandemische und post-pandemische Zeiten. In den vergangenen Jahren entdeckten selbst Couch-Potatoes das Gehen, Spazieren und Wandern neu oder wieder. Als Freizeitbeschäftigung, als Ausgleich zur Arbeit, als Gesundheitsvorsorge. Die heilenden Aspekte des Gehens sind legendär. Den Kopf frei bekommen, Trauer verarbeiten, sich lossagen ... » Lesen
  • Verwaltungsreform – dringend erforderlich

    Von Hartmut Bäumer
    Die Entdeckung der Langsamkeit – der Titel eines preisgekrönten Buches von Sten Nadolny könnte auch als Motto deutscher Bürokratie herhalten. Verwaltungsentscheidungen und deren Umsetzung vor allem bei wichtigen Infrastrukturmaßnahmen dauern mitunter Jahrzehnte. Ohne eine einschneidende Verkürzung der Planungszeiten sind aber unter anderem die Klimaziele der neuen Bundesregierung nicht zu erreichen. Viele Kommentatoren sehen daneben schon heute die Konkurrenzfähigkeit Deutschlands gefährdet. Weitgehende Einigkeit besteht darüber, dass die Dauer vieler Verfahren auch zum Problem für die Akzeptanz staatlichen Handelns insgesamt zu werden droht. » Lesen
  • Wie der russische Angriffskrieg medial erleichtert wird Medienspiegel: Bequemer Mainstream

    Von Wolfgang Ressmann
    Die Berichterstattung des überwiegenden Teils der deutschen Medien über den Angriffskrieg der Russischen Föderation auf die Ukraine lässt eine tiefergehende Einordnung vermissen: Es wird zunehmend deutlicher, dass der Krieg gegen die demokratische Ukraine von langer Hand vorbereitet wurde, umso mehr erstaunt es, dass die kriegerischen Ereignisse der vergangenen Jahre im postsowjetischen Raum nicht in den aktuellen Zusammenhang gestellt werden. » Lesen
  • Jürgen Kocka über das lange 19. Jahrhundert Durchbruch der Moderne

    Von Florian Keisinger
  • Kann Wachstum ökologisch nachhaltig sein?

    Von Gustav Horn
    Erinnern Sie sich noch an das Ozonloch? Oder an den sauren Regen? All dies waren waren einmal gravierende Umweltprobleme, die zu Recht beunruhigten. Mithilfe von Regulierungen, finanziellen Anreizen sowie öffentlichen und privaten Investitionen bekam man die Probleme weitgehend in den Griff. Daher wirkt das manchmal geäußerte Urteil, man habe seit den ersten Veröffentlichungen des Club of Rome im Jahr 1972 in der Umweltpolitik kaum etwas erreicht, mindestens etwas harsch. » Lesen
  • Warnungen des Club of Rome blieben weitgehend folgenlos Ernüchternde Bilanz nach einem halben Jahrhundert

    Von Irmi Seidl, Angelika Zahrnt
    Vor 50 Jahren erschien das Buch Die Grenzen des Wachstums, der erste Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit und zur Zukunft der Weltwirtschaft. Umweltprobleme waren in Fachkreisen bereits ein Thema. Heute sind wir diesen Grenzen deutlich näher, haben einzelne überschritten und bewegen uns weiter auf unumkehrbare Veränderungen des Erdsystems zu. » Lesen
  • Auf der Suche nach einem optimalen Wahlsystem Über den Tellerrand schauen

    Von Karl-Martin Hentschel
    Die Schweiz, Irland, alle skandinavischen Länder und Österreich sowie viele neue Demokratien machen es vor: Man kann ein Persönlichkeitswahlrecht mit einer strikten Proportionalität verbinden, ohne dass Überhangmandate entstehen und darüber hinaus den Wähler*innen die Chance geben, ihre Präferenz-Kandidat*innen persönlich zu wählen. » Lesen
  • Neokonservatismus reloaded – die CDU unter Friedrich Merz

    Von Ursula Birsl
    In seiner Bewerbungsrede auf dem digitalen CDU-Parteitag vom 22. Januar 2022 bot er sich wieder als starke und habituell betont konservativ-männliche Führungspersönlichkeit an. War die CDU im Ganzen zuvor noch nicht bereit, sich von einem Mann wie Merz ›führen‹ zu lassen, übergab sie ihm nun die ungeteilte Macht eines Partei- und Fraktionsvorsitzenden. » Lesen
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