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Aktuelle Ausgabe: 1/2/2026

Umkämpfte Freiheit

Die große Idee des politischen Liberalismus hat parteipolitisch inzwischen viele Heimaten. Sozial verstandene Freiheit ist aber die Zwillingsschwester der demokratischen Freiheit. Und die prägende Mitte in den offenen Gesellschaften muss für die Verknüpfung von Freiheit und Gerechtigkeit stehen. Die Grundsatzfrage lautet: Was bedeutet Freiheit, welche Verantwortung folgt aus ihr, dass der Begriff nicht ins umstürzende Gegenteil gedreht werden darf. Das behandeln die Texte in unserem Schwerpunkt.

Editorial

Freiheit als politisches Kampffeld, wie kann das sein? Wirbt denn jemand offen für Unfreiheit? Da gegenzuhalten wäre einfach. Aber es ist wie beim Begriff Demokratie. Inzwischen benutzen ihn auch Gegner dessen, was bislang darunter verstanden wurde. Ob und wie sich radikale Freiheit mit sozialer Verantwortung zusammenbringen lässt, ist kein neuer Streit. Zugespitzt: egoistische Freiheit versus solidarische Freiheit. » Lesen

Von Richard Meng
  • Das Gemeinsame Europäische Asylsystem ist kein Selbstläufer Rechte allein reichen nicht

    Der Countdown läuft: Bis Mitte Juni 2026 müssen die Mitgliedstaaten das neue Gemeinsame Europäische Asylsystem (GEAS) vollständig umsetzen. Und dieser Schritt ist bitternötig, denn nach Jahren des Stillstands bei der europäischen Asyl- und Migrationspolitik braucht es endlich effektive Lösungen für Migration und Flucht.

    Von Birgit Sippel | Ausgabe 1/2/2026
  • Trumps 20-Punkte-Plan hat den Krieg beendet, aber kann er Frieden stiften? Perspektiven für Gaza

    Was wird aus Gaza? Wohin steuert der Palästina-Konflikt im Lichte von Donald Trumps »Friedensplänen«? »Man lasse die Finger besser von Prophezeiungen, besonders von solchen über die Zukunft.« Den Rat hat man schon oft gehört in Nahost auf die Frage nach den politischen Perspektiven. In diesen Tagen aus aktuellem Grund. Angesichts einer Waffenruhe im Schwebezustand, vielfältigen »Spoilers«, auch Saboteure genannt, sowie eines wechsellaunigen US-Präsidenten sind Vorhersagen mit Vorsicht zu genießen. Meist entspringen sie entweder Wunschdenken oder denkbaren Szenarien des Scheiterns.

    Von Inge Günther | Ausgabe 1/2/2026
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Interview

Ein Gespräch mit Andreas Reckwitz über das neue Ver-hältnis von Freiheit und Fortschritt in der Konsumwelt

dafür & dagegen

JAVon Wolfgang Thierse

dafür & dagegen

NEINVon Michael Bröning

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Artikel aus vergangenen Ausgaben

  • Die Erwartungen an die internationale Zusammenarbeit steigen Investieren wir ins Zuhören

    Wir erleben einen Epochenbruch. Die bisherige regelbasierte internationale Ordnung erodiert als Grundlage für die internationale Zusammenarbeit. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, die zunehmende Bedrängung durch autoritäre und autoritär agierende Akteure, globale Krisen sowie die Nachwirkungen der Coronapandemie sind alle Beschleunigungsfaktoren einer verstärkt multipolaren Grundstruktur mit ihren Unsicherheiten und Unzeitigkeiten. Die stärkere Verzahnung von Außen-, Sicherheits- und Entwicklungspolitik ist daher als strategisches Dreieck für die internationalen Beziehungen Deutschlands nur folgerichtig. Gleichzeitig steigt international die Erwartung an Deutschland.

    Von Thorsten Schäfer-Gümbel | Ausgabe 11/2025
  • Sinn und Zukunft in Religion und Moderne Von Pandora bis zur KI

    Hoffnung aus unterschiedlichen Perspektiven – religiös, soziologisch, historisch –stellt ein Grundmotiv menschlicher Existenz dar. Sie trägt durch Krisen, nährt Visionen einer besseren Zukunft und wirkt als innerer Antrieb für Handeln und Geduld. Schon früh haben Religionen Hoffnung als transzendenten Wert gedeutet, während Philosophen seit der Antike nach ihren anthropologischen, ethischen und erkenntnistheoretischen Dimensionen gefragt haben. Heute stellt sich die Frage neu: Kann Religion in einer Welt, die von Technik, Wissenschaft und Digitalisierung durchdrungen ist, noch Hoffnung stiften oder muss diese Hoffnung heute in der Technik gesucht werden?

    Von Simone Paganini | Ausgabe 12/2025
  • Die Erwartungshaltung in Deutschland ist eher defensiv, die Politik hat daran ihren Anteil Mehr Träume wagen!

    Vom Tellerwäscher zum Millionär – wer kennt ihn nicht, den »American Dream«? Er lebt von der Zuversicht, dass harte Arbeit sich auszahlt, und vom Versprechen, dass jede und jeder alles erreichen kann. Solche Zukunftsträume sind mehr als private Sehnsüchte: Sie sind Seismografen gesellschaftlicher Stimmungen. Sie zeigen, was Menschen wichtig ist, wofür sie sich anstrengen und was sie von ihrem Leben und der Gemeinschaft erwarten.

    Von Jan Niklas Engels | Ausgabe 12/2025
  • Gedruckte Periodika links der Mitte Nicht totzukriegen

    Die Vielfalt der meist linksliberal und radikal-demokratischen Periodika, allerdings oft mit relativ begrenzter Reichweite, ist nach wie vor beachtlich. Allein 191 Einträge (dabei allerdings auch ein paar rechte Blätter) verzeichnet Wikipedia unter dem Stichwort deutscher »Kulturzeitschriften«.

    Von Klaus-Jürgen Scherer | Ausgabe 12/2025
  • Die »Grande Nation« braucht dringend eine neue Konsens- und Koalitionskultur Frankreich in der Identitätskrise

    Seit mehreren Monaten befindet sich Frankreich in einer politischen Krise. Der beste Beweis dafür ist, dass in nur sechs Monaten drei Premierminister ernannt wurden. Die vorletzte Regierung war sogar nur 14 Stunden im Amt. Dieser Zustand lässt die meisten Französinnen und Franzosen nicht kalt. In einer im Oktober 2025 veröffentlichten Umfrage für das Meinungsforschungsinstitut Cevipof behaupten 53 Prozent, sie würden hinsichtlich der politischen Situation »Scham« empfinden, 43 Prozent sind wütend. Die etablierten Parteien geraten in Misskredit, was in den kommenden Jahren die Chancen für einen Sieg der rechtsextremen Nationalen Vereinigung (Rassemblement National) erhöhen könnte, da immer mehr Menschen sie für regierungsfähig halten.

    Von Jacques-Pierre Gougeon | Ausgabe 12/2025
  • Bücher über Geschwafel, Streit und demokratieförderndes Debattieren Besser nur mit halbem Ohr?

    Wer sprachsensibel ist, findet beim Radiohören täglich Anlässe, sich zu echauffieren. Gefeit vor? Nein, nein, gegen! Win-win-Situation für beide Seiten? Ja bitteschön, für wen denn sonst? Unfreiwillige Komik inklusive: etwa neulich im Deutschlandfunk, als ein Studiogast den Halbsatz »weil der Tod vielleicht so’n bisschen das Ende ist« formulierte. Schütteln Sie in solchen Momenten auch genervt den Kopf – statt, wie neuerdings üblich, mit dem Kopf?

    Von Andrea Rinnert | Ausgabe 11/2025

NG/FH in English

Selected articles from the German-language monthly journal Neue Gesellschaft|Frankfurter Hefte translated to English.

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Interview

»Ich wünsche mir Respekt für das Recht, so wie es gilt«

Ein Gespräch mit Christina Morina über rote Linien und die Anpassung an die Mächtigen

Interview

»Der Generationenkonflikt wird überbetont«

Ein Gespräch mit dem Juso-Vorsitzenden Philipp Türmer über den Mangel an Visionen und den Sinn der SPD

Interview

»Da kann sich jetzt etwas ändern«

Ein Gespräch mit Andreas Voßkuhle darüber, wie die Handlungsfähigkeit des Staates verbessert werden kann

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Interview

Ein Gespräch mit Andreas Reckwitz über das neue Ver-hältnis von Freiheit und Fortschritt in der Konsumwelt

  • Adressaten sozialdemokratischer Politik dringend gesucht In der Gerechtigkeitsfalle

    Der Imperativ der Gerechtigkeit, Leitidee sozialdemokratischer Programmatik in den letzten zwei Jahrzehnten, mochte moralisch befriedigend sein, politisch war er ein Fehlschlag. In den demoskopischen Umfragen positioniert sich kaum jemand gegen Gerechtigkeit, aber jeder versteht darunter etwas anderes.

    Von Herfried Münkler | Ausgabe 11/2025
  • Die Herausforderung, Arbeiterschaft und Mittelschicht wieder programmatisch zu verbindenWo steht das Land?

    Grundsatzprogramme von Parteien senden nach innen und außen. Nach innen sind sie Standortbestimmung für Mitglieder und Mandatsträger darüber, was die Partei zusammenhält. Sie reflektieren den inneren Kern, warum sich Menschen dort engagieren, sie befrieden Konflikte und setzen Schwerpunkte, worum es ihnen geht. Nach außen haben sie ihre Rolle im Wettbewerb mit anderen Parteien. Grundsatzprogramme, die Wirkung entfalten wollen, müssen eine Interpretation anbieten, wo die Gesellschaft steht und in welchem größeren geopolitischen Kontext sie sich befindet. Sie sind keine Spiegelstrichtexte oder Wahlkampfprogramme, sondern gehen weit darüber hinaus.

    Von Anke Hassel | Ausgabe 11/2025
  • Zur Frage nach der Existenz einer europäischen Kultur Den Stier reiten

    Gibt es eine europäische Kultur? Kann es überhaupt eine geben? Und: was bedeutet es überhaupt, europäische Identität über die Kultur herleiten zu wollen? Diese Fragen sind heute und in Zukunft mehr als bloß Stoff für gelangweilte Salongespräche. Schließlich kann Europa nur dann eine Rolle im geopolitischen Reigen spielen, wenn es auch wirklich existiert. Die Beweisführung dafür ist nicht trivial.

    Von Wolfgang Bergmann | Ausgabe 10/2025
  • Wo meine persönlichen roten Linien verlaufen »Mit mir nicht«

    Meine roten Linien gelten nicht für alle gleich – nicht grundsätzlich, sondern situativ. Das ist meine Antwort auf zwei Strategien der extremen Rechten: Grenzen verschieben und Spaltung. Beides zusammen bringt demokratische Kräfte in ein Dilemma.

    Von Maja Wallstein | Ausgabe 10/2025
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