Das Internet wurde einst als dezentrales Kommunikationsnetzwerk gestartet. Das World Wide Web sollte es allen Menschen ermöglichen, selbst zu publizieren – man brauchte nur rudimentäre HTML-Kenntnisse und Platz auf einem Server. Der Deal mit den Suchmaschinen lautete: Sie durften auf die Inhalte zugreifen, dafür schickten sie Menschen, die das lesen wollten
»Für den klassischen Journalismus war das Internet von Anfang an eine Herausforderung.«
Die ersten Suchmaschinen waren noch einfache Verzeichnisse, die Menschen zu den gesuchten Inhalten führten. Doch mit der Einführung von Algorithmen, die Inhalte kuratierten, begann die Ära der Aufmerksamkeitsökonomie. Aus Menschen wurden »User«. Plattformen wie Google und Facebook lernten, »User« immer länger auf ihren Seiten zu halten, um Werbeeinnahmen zu maximieren. Journalistische Inhalte wurden zu »Content« und einem Nebenprodukt dieser Ökonomie – sie dienten vor allem dazu, »User« auf den Plattformen zu halten, nicht aber, um sie zu informieren. Für den klassischen Journalismus war das Internet von Anfang an eine Herausforderung. Die Leserschaft wechselte von Zeitungen, Magazinen, Radio und Fernsehen ins Netz. Weltweit gelingt es seither nur wenigen Publikationen, sich im Internet gewinnbringend zu finanzieren. Google und Meta haben ihnen dort die Werbung als universelle Einnahmequelle weggenommen.
Ein Monopol auf unsere Aufmerksamkeit
Die großen Internetkonzerne haben inzwischen ein faktisches Monopol auf unsere Aufmerksamkeit, wie der Kölner Medien-wissenschaftler Martin Andree in seiner Studie »Big Tech muss weg« festgestellt hat. Den allergrößten Teil unseres Medienkonsums befriedigen wir bei YouTube, Facebook, Instagram oder Amazon. Selbst für große deutsche Medien wie SPIEGEL, ZEIT oder BILD bleiben nur noch wenige Minuten oder Sekunden pro Tag.
Doch mit KI wird es noch schwieriger: Nicht nur die Aufmerksamkeit, sondern
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