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Die Welt und wir

 

Wie wir umgehen mit den globalen Themen ist in Wahrheit natürlich ausschlaggebend auch für die Chancen im politisch Kleinen. Es gibt ja immer diese beiden Seiten: den Blick (oder Nicht-Blick) nach außen genauso wie den Blick nach innen. Untrennbar letztlich. Am Thema Europa macht es sich fest: Wenn nun alle davon reden, dass dieses Europa auf eigenen Beinen stehen muss, ginge das nur mit einer echten Europäisierung des Denkens, weit entfernt von einer rein nationalen Sicht, in die manche sich gerade wieder flüchten.

In den Texten dieses Heftes wird immer wieder deutlich: Provinzialität heißt Scheitern, Perspektive gibt es nur mit anderen gemeinsam. Einige mögen einwenden: Wir wissen das, aber wir sehen keinen Weg mehr dorthin. Doch was ist das für eine Haltung – zu einem jener großen Themen, bei denen der Politik inzwischen ein klar sichtbarer Kompass fehlt und sie dadurch den Missmut geradezu anstachelt?

Bitte nie vergessen: Wir alle leben heute – eigentlich – viel internationaler als jede Generation vor uns. Wir haben mehr von der Welt gesehen. Neugierde und Zugewandtheit scheinen aber zu schwinden, während die globalen Probleme wachsen. Sollen wir den Trumps der Welt diesen Erfolg wirklich gönnen?

Es ist eine gute Nachricht, dass die Menschen und die Regierungen im Globalen Süden an Selbstbewusstsein gewinnen. Es ist eine gute Nachricht, dass die kulturelle und wirtschaftliche Diversität der Welt deutlicher sichtbar wird. All das macht die alten überheblichen Antworten tatsächlich überholt. Es ist in Wahrheit eine riesige Chance für alle.

Ja, damit sind auch die europäischen Identitätsfragen wieder offener geworden, die wirtschaftlichen Zukunftsaussichten zumal. Wer wir sind, was wir sein wollen, was wir können und wo künftig andere anderes, manchmal auch mehr können – das wäre neu zu besprechen. Es könnte – eigentlich – so spannend sein, neue Anbindungen zu suchen, die Welt neu zu entdecken. Tun wir es!

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