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80 Jahre Frankfurter Hefte Erinnerung an einen Aufbruch

75.000 Leser kauften die Hefte, bereits 1949 fiel der Absatz jedoch auf ein Drittel zurück. 3.000 waren es dann noch im Oktober 1984. In ihrem 37. Jahrgang waren die Frankfurter Hefte nicht mehr lebensfähig und fusionierten im Januar 1985 mit der Neuen Gesellschaft. Peter Glotz hatte das auf den Weg gebracht. Viele der Autoren und Leser der Frankfurter Hefte engagierten sich seit Mitte der 60er Jahre in Wählerinitiativen für die SPD.

Aber blicken wir zunächst 80 Jahre zurück in das erste Heft der Frankfurter Hefte. Ist hier eine Richtung zu erkennen, die uns heute noch Perspektiven aufzeigen könnte? Zwei weit über den Tag hinaus bedeutsame Artikel lassen sich dort nachlesen: Eugen Kogons »Gericht und Gewissen«, das dann zum Schlusskapitel seines epochalen Buches Der SS-Staat wurde und »Die zweite Republik« von Walter Dirks. Der heutige Leser muss sich immer wieder vor Augen halten, dass diese neue Zeitschrift zu einer Zeit gegründet wurde, in der kein eigenständiger deutscher Staat existierte. Das Nürnberger Gericht brachte dann durch seine Urteile die neue Rechtsordnung eines demokratischen Staates auf den Weg, basierend auf der Abwehr von Unmenschlichkeit und der Anerkennung des internationalen Völkerrechts. Walter Dirks schlug vor zur Jahrhundertfeier der Versammlung in der Frankfurter Paulskirche 1948 einen Bundesstaat zu gründen. In jedem Fall müsste so etwas wie der zweimal gescheiterte Berliner Zentralstaat verhindert werden. Gut ein Jahr nach dem Zusammenbruch legten Kogon und Dirks damit die Fundamente für einen demokratischen Rechtsstaat.

»Die neue Zeitschrift wurde zu einer Zeit gegründet, als kein eigenständiger deutscher Staat existierte.«

»Es gibt keinen gänzlich neuen Anfang«, man steht immer auf dem Boden der eigenen Geschichte, immer in der Verantwortung dazu beizutragen, die Nöte der Zeit zu bewältigen zum Wohle seiner Zeitgenossen. Man muss die Welt zum Besseren verändern, las man in den Frankfurter Heften. Also galt es ein Programm zu machen, das nicht in Parteitaktik zerfällt. »Es heißt: die Köpfe und die Herzen in Bewegung bringen, die Gesinnungen an Entwürfe binden, die Entwürfe aus Gesinnungen gewinnen. Und es heißt natürlich auch: die Interessen an die Ideale und die Ideale an die Interessen binden.«

Das Scheitern der Weimarer Republik, so analysierte Walter Dirks, entstand aus der Unfähigkeit der Demokraten

Dieser Artikel ist noch nicht im Volltext freigeschaltet.
Sie können aber hier die Ausgabe bestellen .

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