als in New York im November ein – nicht nur für US-Verhältnisse – Linker zum Bürgermeister gewählt wurde, gelang ihm das nach einer Kampagne, die ausdrücklich das Wort Hoffnung in den Mittelpunkt gerückt hatte. Hoffnung statt Angst, Hoffnung statt Frust – verbunden mit sehr konkreten Forderungen. Es ist die urbane Gegenreaktion gegen den bislang fast ungebremsten Durchmarsch der autoritären Rechten seit der Wiederwahl Donald Trumps. Und es lässt sich ein Denkprinzip dahinter erkennen: Wer resigniert, hat erst recht verloren.
Also geht es in der Tat darum, wieder Hoffnung zu wecken. Nun werden die Rechten sagen: Wir tun das aber auch. Richtig, das ist das Problem. Wie kann es kommen, dass manche Menschen ihre Hoffnungen auf rechte Parolen setzen, die mit Gerechtigkeit und Emanzipation nichts, mit Ausgrenzung und Hass aber viel zu tun haben? Die Antwort tut weh: Offenbar fehlt weltweit vielen demokratischen Politikangeboten genau der Funke, der in New York nun mal gezündet hat. Neuer Schwung, Selbstvertrauen, die Kraft des Jetzt-erst-recht.
Als der Titel dieser Ausgabe geplant wurde, hat an dieses aktuelle Beispiel noch niemand gedacht. Wie immer für das Dezemberheft hat eine Gruppe von Stipendiatinnen und Stipendiaten der Friedrich-Ebert-Stiftung die Redaktion ergänzt – und Hoffnung wecken war deren Idee. Es ging darum, Widerworte gegen den Frust zu formulieren, Beispiele zu finden, Menschen über ihre eigenen Hoffnungsanker schreiben zu lassen.
Herausgekommen ist ein Panorama, das tatsächlich Mut machen will, ohne die Probleme zu ignorieren. Es kommt eben immer auch darauf an, wie man sich ihnen nähert. Nicht nur darauf, welche konkreten Wege man für die richtigen hält. Bitte mehr positive Emotion wagen: Auch so kann man es übersetzen. Denn es sind zwar wahrlich düstere Zeiten, aber auf Dauer entschieden ist nichts.
Nochmal zum New-York-Effekt, ganz unabhängig vom weiteren Verlauf der US-Politik und bezogen auf die weltweite Defensive sozial-liberaler Politik: Eine neue Generation progressiver Führungsfiguren in der digitalen Welt bräuchte Anspruch und Emotion gleichermaßen, hoffentlich aber auch Sinn für Realpolitik und Kompromisse, die etwas in die richtige Richtung bewegen. Auch so könnte die Zukunft aussehen – nicht wahr? Also: Hoffnung wecken!


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