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Wie steht es um die Globalisierung im Zeitalter der Transformation? Neue Fäden knüpfen

Zu Beginn des Jahrhunderts schien sich ein unaufhaltsamer Trend herauszubilden. Technologischer Fortschritt, der Zerfall des Ostblocks, der Aufstieg von Schwellenländern und die Öffnung Chinas eröffneten reichhaltige Möglichkeiten, neue profitable Lieferketten aufzubauen, die den Globus in immer dichterer Weise umspannten.

Der Bruch

In gewisser Weise erfüllten sich seinerzeit Lehrbuchweisheiten des internationalen Handels seit David Ricardo. Die globale Arbeitsteilung schien sich nach den komparativen Kosten der jeweiligen Volkswirtschaften auszurichten. Das führt am Ende zu niedrigeren Preisen für alle und damit zu wechselseitigem Wohlstandsgewinn. Soweit das Idealbild.

Blickt man aus heutiger Sicht auf diese Zeit eines globalen wirtschaftlichen Aufbruchs zurück, stellt sich die Frage, wie es zum Bruch dieser scheinbar irreversiblen Aufwärtstendenz globaler Handelsbeziehungen kommen konnte. In der realen Welt war das oben geschilderte Idealbild schon immer von vielen anderen Entwicklungen überlagert, die die grundsätzliche Vorteilhaftigkeit einer globalen Arbeitsteilung zwar nicht infrage stellten, sie aber wohl immer wieder für einzelne und gar alle gefährdeten.

Drei Gründe, die die Sicht auf globale Handelsketten änderten, sollen im Folgenden diskutiert werden: unterschätzte systemische Gefahren, unkooperative wirtschaftspolitische Strategien, politische Abwehrreaktionen.

Die systemischen Risiken globalisierter Handelsketten wurden den meisten erst 2008 mit der Finanzmarktkrise bewusst. Seither ist deren Ausweitung ins Stocken geraten. Die Finanzkrise hatte ihren Ursprung zwar in den USA, aber der Finanzmarkt ist wie wohl kaum ein zweiter über Handelsbeziehungen global verknüpft. Folglich breitete sich die Finanzmarktkrise über den Globus aus.

»In der Finanzmarktkrise brachen Exporte und Investitionen weltweit ein.«

Die erste Lehre daraus war, auf global eng verknüpften Märkten gibt es keine lokalen Risiken mehr, sondern nur noch globale. Jede Krise irgendwo kann sich auf solchen Märkten schnell zu einem globalen Flächenbrand ausweiten. Dieser ist nicht einmal sektoral begrenzt. In der Finanzmarktkrise litt nicht nur der Finanzsektor in globalem Maßstab, sondern Exporte und Investitionen brachen ebenfalls weltweit ein. Das zeigt die prominente Rolle, die der Finanzsektor nicht nur als möglicher Krisenherd, sondern auch als ihr Brandbeschleuniger spielt.

Diese Phänomene einer lokal beginnenden und sich dann global ausbreitenden Krise wiederholte sich 2020 mit der COVID-Pandemie. So lösten die daraus entstehenden, zunächst lokalen medizinischen Folgen über den globalen Reiseverkehr eine globale Verbreitung aus, die dann auf die Handelsbeziehungen ausstrahlten und globale Lieferketten zum Erliegen brachten. Bei den Kriegen in der Ukraine und im Iran wiederholten sich bei unterschiedlichen Ursachen die immer gleichen Muster, lokale Krisen breiten sich bei engen Handelsbeziehungen schnell global aus.

All dies zwingt Unternehmen spätestens seit der Finanzkrise zu einer vorsichtigeren Einschätzung ihrer Lieferketten. Sie müssen sie mit einer Unsicherheitsprämie versehen, der sie z. B. in Gestalt von vorbeugender Lagerhaltung oder einer diversifizierten Lieferstruktur Rechnung tragen müssen. Das verteuert den globalen Handel, macht ihn also weniger attraktiv. Systemische Risiken erweisen sich somit als neuer Hemmschuh für die Globalisierung.

Unkooperative Wirtschaftspolitik

Ein tragfähiges globales Handelssystem bedarf eines Regelwerks und dessen Durchsetzung. Denn faire Handelsbedingungen sind gleichsam ein globales öffentliches Gut, dessen Erstellung nur gemeinsam möglich ist. Die USA, die EU und andere größere Handelsnationen dienten als mächtige Garanten dieser Ordnung. Ziel dieses institutionellen Rahmens war es, Handelshemmnisse und unfaire Handelspraktiken zu verhindern, um die wohlstandsschöpfende Kraft des Handels zur vollen Geltung kommen zu lassen.

Es wäre jedoch naiv anzunehmen, dass

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