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Die Wählerschaft der AfD ist heterogener als bisher angenommenRechts ist nicht gleich rechts

Zwar ist sie durch eine gemeinsame migrations- und kulturpolitisch restriktive Grundorientierung verbunden. Zugleich umfasst sie unterschiedliche politische Profile. Diese unterscheiden sich vor allem darin, wie stark Zuwanderungsablehnung mit autoritären und antisemitischen Einstellungen sowie mit pessimistischen Einschätzungen der deutschen Wirtschaftslage verknüpft ist.

Die Ergebnisse sprechen dafür, die AfD-Wählerschaft differenzierter zu betrachten als dies im öffentlichen Diskurs häufig geschieht und im politischen Umgang genauer zwischen ihren inneren Profilen zu unterscheiden. Die vorliegende Studie setzt deshalb an einer anderen Stelle an. Sie fragt nicht in erster Linie, wodurch sich AfD-Wähler:innen von den Anhänger:innen anderer Parteien unterscheiden, sondern wie die Heterogenität innerhalb des AfD-Elektorats selbst beschaffen ist. Im Zentrum steht die Frage, welche typischen Muster politischer Einstellungen sich innerhalb der AfD-Wählerschaft erkennen lassen und worin sich diese unterscheiden. Die Analyse zeigt: Das AfD-Elektorat ist weder homogen noch in klar getrennte Lager zerfallen. Besonders die Wahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern dürften die Debatte darüber verschärfen, wer die AfD wählt, welche Motive diese Wahl tragen und wie demokratische Parteien darauf reagieren sollten.

Die Analyse basiert auf der German Longitudinal Election Study (GLES) zur Bundestagswahl 2025. Berücksichtigt werden 858 Befragte, die angaben, die AfD mit ihrer Zweitstimme gewählt zu haben. Um unterschiedliche Gruppen innerhalb der AfD-Wählerschaft zu identifizieren, nutzt die Studie eine Latent Profile Analysis. Diese Methode macht sichtbar, welche politischen Einstellungen typischerweise gemeinsam auftreten.

Die Profilbildung stützt sich auf sieben Einstellungsindikatoren: Zuwanderung, Anpassung von Minderheiten, Gleichstellungspolitik, autoritäre Führung, Antisemitismus, Sozialstaat sowie Wirtschaftswachstum versus Klimaschutz. Zusätzlich werden politische Prioritäten, Parteibewertungen, soziodemografische Merkmale und Bewertungen der wirtschaftlichen Lage berücksichtigt.

Profile innerhalb der AfD-Wählerschaft

Die Ergebnisse sprechen weder für eine homogene Wählerschaft noch für klar voneinander getrennte Subkulturen. Vielmehr zeigen sich drei abgestufte Profile. Diese sind nicht als vollständig getrennte Wählergruppen zu verstehen, sondern als relative Beschreibungen innerhalb der AfD-Wählerschaft.

»Konservative Hardliner«: Diese mit Abstand größte Gruppe (67,2 Prozent) ist durch eine ausgeprägte Ablehnung von Zuwanderung und durch starke Anpassungsforderungen an Minderheiten geprägt. Migration ist für sie der politische Fluchtpunkt und dominiert ihre Sicht auf Politik am deutlichsten. Gleichzeitig unterscheiden sie sich klar von den »Radikal-rechten Autoritären«: Autoritäre Führungspräferenzen und antisemitische Einstellungen fallen bei ihnen deutlich schwächer aus. Es handelt sich also nicht einfach um eine abgeschwächte Variante des radikalsten Profils, sondern um ein eigenes Muster: stark migrationszentriert, aber weniger autoritär und weniger antisemitisch zugespitzt. Angehörige dieses Profils sind tendenziell jünger und leben vergleichsweise häufiger in Klein- und Mittelstädten.

»Radikal-rechte Autoritäre«: Dieses Profil mit einem Anteil von 19,9 Prozent entspricht am ehesten dem Bild, das den öffentlichen Diskurs über AfD-Wähler:innen häufig prägt. Seine Angehörigen äußern sich noch restriktiver zu Migration und Integration als die »Konservativen Hardliner«. Zugleich weisen sie die höchsten Werte bei autoritärer Führung und Antisemitismus auf. Diese Gruppe ist tendenziell älter, geringer gebildet und häufiger im ländlichen Raum verortet. Auffällig ist außerdem, dass sie vergleichsweise häufiger in Westdeutschland vertreten ist. Anders als verbreitete Klischees nahelegen, handelt es sich also nicht um eine primär ostdeutsch geprägte Subgruppe. Dieses Profil ist dasjenige mit der stärksten Distanz zu demokratischen und pluralistischen Grundnormen. Es bündelt kulturelle Restriktivität, autoritäre Führungsvorstellungen und antisemitische Einstellungen in einer Form, die deutlich über das hinausgeht, was in den anderen beiden Profilen beobachtet wird.

»Moderate Konservative«: Die kleinste Gruppe (12,9 Prozent) weist innerhalb der AfD-Wählerschaft die geringste Neigung auf, Minderheiten auszugrenzen und Deutschland abzuschotten. Auch ihre Zustimmung zu autoritärer Führung und ihre antisemitischen Einstellungen fallen am schwächsten aus. Wichtig ist allerdings der Vergleichsrahmen: Diese Gruppe ist nur innerhalb der AfD-Wählerschaft moderater, nicht im Vergleich zur bundesdeutschen Wählerschaft insgesamt. Bemerkenswert ist, dass »Moderate Konservative« wirtschaftlichen und außenpolitischen Themen relativ mehr Gewicht beimessen als »Konservative Hardliner«. Migration bleibt zwar auch für sie zentral, dominiert ihre politische Wahrnehmung aber weniger stark.

Wie sich die Profile unterscheiden

Die größten Unterschiede zwischen den drei Profilen zeigen sich

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