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Unser Zukunftsbild

Die Diskussion darüber muss jetzt neu geführt werden. Über welches Zukunftsbild reden wir, über welches sollten wir reden – lokal, republikanisch, europäisch? In vielen Texten und im Gespräch mit dem ehemaligen europäischen SPE-Spitzenkandidaten Nicolas Schmit taucht diese Grundfrage immer wieder auf. Nur aus mutigen Antworten lässt sich neue Kraft schöpfen zur Verteidigung, aber eben auch zur Weiterentwicklung der offenen Demokratien, in denen wachsende Teile der Gesellschaften zweifeln und sich abwenden.

Die Debatte über die Zukunft der Sozialdemokratie ist Teil dieses Themas. Die Redaktion hat sich vorgenommen, von diesem Heft an in den kommenden Monaten regelmäßig Beiträge dazu zu veröffentlichen. Zu Grundsatzfragen, zu sehr praktischen Politikthemen und kulturellen Herausforderungen. Das Logo Zukunft SPD weist im Inhaltsverzeichnis und am Textanfang darauf hin. Auch hier gilt: Ohne Zukunftsbild verliert jede Tagespolitik ihre politische Anschlussfähigkeit.

Noch einen zweiten neuen Akzent gibt es diesmal: Wir haben in einem Call for papers gezielt junge Studierende aufgerufen, als Beitrag zum Schwerpunktthema des Heftes ihr persönliches Zukunftsbild zu formulieren. Drei der eingegangenen Texte drucken wir ab, viele weitere werden zusätzlich im Netzauftritt der Zeitschrift veröffentlicht. Vielfältige Perspektiven, sehr unterschiedliche inhaltliche Schwerpunkte, konkrete Erwartungen einer neuen Generation an progressive Politik in der Zukunft: Es war ein gelungenes Experiment, das sich wiederholen lässt.

Insbesondere heben sich diese Texte vom jetzt so verbreiteten Nachwahl-Pessimismus ab. Und es ist ja wahrlich kein Naturereignis, wenn völkischer Nationalismus und autoritäres Denken wieder derart an Resonanz gewinnen. Es ist eine verdammt uralte Herausforderung, gegen die nur klare bessere Perspektiven helfen. Weil Wahlen in der Demokratie ja immer über Zukunftserwartungen entschieden werden.

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