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Nein, denn die deutsche Autoindustrie steht entschlossen hinter den Pariser Klimazielen »Versagen wir bei der E-Mobilität?«

Nein, denn die deutsche Autoindustrie steht entschlossen hinter den Pariser Klimazielen und treibt die Transformation zur klimaneutralen und digitalen Mobilität der Zukunft mit beeindruckenden Innovationen sowie hohen Investitionen voran. Allein von 2025 bis 2029 werden die Hersteller und Zulieferer der deutschen Automobilindustrie weltweit rund 320 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung investieren. Hinzu kommen im gleichen Zeitraum etwa 220 Milliarden Euro in Sachinvestitionen, insbesondere in die Werke. Die Investitionen der deutschen Automobilindustrie steigern sich damit noch einmal deutlich.

Mit ganzer Kraft für die klimaneutrale Mobilität von morgen

Diese Investitionen demonstrieren die Entschlossenheit unserer Industrie, die Zukunft der Mobilität zu entwickeln und die Transformation zu einer internationalen Erfolgsgeschichte zu machen. Gleichzeitig sind sie Ausdruck unseres Willens, international wettbewerbsfähig zu bleiben. Die deutsche Automobilindustrie will auch in Zukunft die klimafreundlichsten, sichersten, effizientesten und modernsten Autos der Welt bauen.

Mit welcher Kraft die deutsche Automobilindustrie die Transformation zur Elektromobilität vorantreibt, unterstreicht auch ein Blick auf die inländische Produktion von E-Pkw, die im vergangenen Jahr abermals einen neuen Rekord erreicht hat: Fast 1,4 Millionen Elektro-Pkw wurden 2024 in Deutschland hergestellt. Und für das aktuelle Jahr erwarten wir nochmals eine deutliche Steigerung auf gut 1,7 Millionen. Damit dürfte Deutschland seine Position als weltweit zweitgrößter Produktionsstandort für E-Pkw festigen.

Immer größer wird auch die Modellauswahl der deutschen Hersteller, auch in den unteren Preissegmenten. Allein hierzulande bieten die deutschen Hersteller den Verbraucherinnen und Verbrauchern mehr als 100 E-Modelle in allen Segmenten an und überzeugen damit: Rund sieben von zehn E-Autokäuferinnen und -käufern in Deutschland entscheiden sich für das Modell eines deutschen Herstellers.

Auch in Gesprächen erlebe ich es immer wieder: Die E-Mobilität begeistert! Wer einmal elektrisch gefahren ist, ist von der Technik und dem Fahrgefühl beeindruckt. Doch gleichzeitig erlebe ich auch: Viele Menschen sind skeptisch, ob sie sich tatsächlich ein E-Auto anschaffen sollen. Sie sind angesichts der Rahmenbedingungen, wie zum Beispiel den Lademöglichkeiten, verunsichert. Auch das abrupte Ende des sogenannten Umweltbonus, einer Unterstützung beim Kauf eines E-Autos, Ende 2023 hat spürbar Verbrauchervertrauen gekostet und den Markt für E-Pkw in Deutschland einbrechen lassen. Die schwierige allgemeine konjunkturelle Lage kam hinzu.

Nachhaltige Lösungen statt vereinzelter Strohfeuer

Den Herausforderungen zum Trotz gilt jedoch unbestritten: Der Hochlauf der Elektromobilität ist der entscheidende klimapolitische Baustein zur Erreichung der CO2-Minderungsziele im Verkehrssektor.

Es ist deshalb entscheidend, dass die Rahmenbedingungen für die E-Mobilität rasch und entschlossen verbessert werden, um das Vertrauen der Verbrauche­rinnen und Verbraucher wieder zu stärken und sie für den Umstieg auf die E-Mobilität zu begeistern. Hier ist auch die Politik gefragt.

Entscheidend für den schnellen und erfolgreichen Hochlauf der E-Mobilität sind dabei nachhaltige Lösungen und verlässliche Rahmenbedingungen statt einzelner Strohfeuer. Besonders wichtig ist: Elektromobilität muss in der Gesamtbilanz einen klaren Kostenvorteil für die Verbraucherinnen und Verbraucher bieten.

Deshalb muss zum Beispiel auch der Ladestrom günstiger werden. Laden muss günstiger sein als Tanken. Von zentraler Bedeutung ist hier unter anderem eine Reduzierung des Ladestrompreises, zum Beispiel durch mehr Wettbewerb und Technologie sowie durch eine Senkung von Steuern und Abgaben.

Impulse durch steuerliche Maßnahmen

Auch steuerliche Maßnahmen können wertvolle Impulse geben. Hier könnten sowohl die Anhebung des Deckels für den Brutto-Listenpreis bei der Dienstwagenbesteuerung für reine E-Fahrzeuge als auch eine Verbesserung der Abschreibungsbedingungen für neu angeschaffte vollelektrische und vergleichbare Nullemissionsfahrzeuge einen wichtigen Beitrag für den Hochlauf der E-Mobilität leisten. Ideen, die von einer neuen Bundesregierung politisch ebenso weiterverfolgt werden sollten, wie die notwendige Verlängerung der Kfz-Steuerbefreiung für reine Elektrofahrzeuge. Zudem braucht es verbesserte Rahmenbedingungen für das Leasing von Elektrofahrzeugen.

Selbstverständlich ist auch die Ladeinfrastruktur ein wichtiger Schlüsselfaktor, wenn es darum geht, die Verbraucherinnen und Verbraucher für die E-Mobilität zu gewinnen. Sie brauchen die Gewissheit, überall und zu jeder Zeit unkompliziert laden zu können. Dass es beim Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Pkw in den vergangenen zwei Jahren spürbar vorangegangen ist, ist deshalb eine positive Nachricht. An gut 154.000 öffentlichen Ladepunkten kann heute in Deutschland geladen werden. Darunter sind auch immer mehr Schnellladepunkte, die das Laden in besonders kurzer Zeit ermöglichen. Gleichzeitig gilt jedoch: In drei von zehn Gemeinden in Deutschland gibt es noch keinen einzigen öffentlichen Ladepunkt und mehr als 70 Prozent haben noch keinen Schnellladepunkt installiert. Das zeigt: Der Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Pkw muss unbedingt weiter vorangetrieben und politisch weiter forciert werden – und das nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa. Zudem muss die dafür notwendige Leistungsfähigkeit der Stromnetze dringend ausgebaut und fit für die Zukunft gemacht werden, hier ist auch die Energiewirtschaft dringend gefordert.

In drei von zehn Gemeinden gibt es noch keinen öffentlichen Ladepunkt.

Beim Thema alternative Antriebe darf aber keinesfalls nur an Pkw gedacht werden, sondern auch an Nutzfahrzeuge. Sie bieten ein großes Potenzial, den C02-Ausstoß im Verkehrssektor zu senken. Die Voraussetzung für den Markthochlauf alternativ angetriebener Lkw und Busse ist der Aufbau eines dichten Netzes von Elektrolade- sowie Wasserstofftankstellen auch für schwere Nutzfahrzeuge, doch in Deutschland und Europa ist ein solches Netz aktuell praktisch nicht vorhanden. Die Hersteller sind hier der Politik voraus und die entsprechenden Modelle in der Produktion.

Rohstoffabkommen und Rohstoffpartnerschaften

Fakt ist: Um die ambitionierten Ziele beim Klimaschutz und beim Hochlauf der Elektromobilität zu erreichen, ist es essenziell, weltweit Verfügbarkeiten von Rohstoffen wie unter anderem Lithium, Kobalt und Nickel sowie von Seltenen Erden zu sichern. Andere Regionen der Welt sind hier jedoch ambitionierter und schneller als Deutschland und die EU, die oft zu langsam und zögerlich agieren. Neue Rohstoffabkommen und die Ausweitung der Rohstoffpartnerschaften Deutschlands und der EU sind deshalb von großer Bedeutung und müssen zügig und ambitioniert angegangen werden.

Ich bin fest überzeugt: Mit den richtigen Rahmenbedingen und nachhaltigen Lösungen, die die E-Mobilität stärken, lassen sich noch mehr Verbraucherinnen und Verbraucher überzeugen und begeistern – und genau das braucht es, damit klimaneutrale Mobilität so schnell wie möglich Realität wird.

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